1/2 Jahr Madrid…das wars…

 Ich habe es immer noch nicht realisiert, aber nun ist es wirklich vorbei. Das Land und die Familie, in der ich ueber 6 Monat gelebt habe, werde ich nun verlassen und auch in naeherer Zunkunft erstmal nicht mehr wieder sehen. Oft habe ich mich nach diesem Tag gesehnt, aber genau so oft habe ich mich auch vor ihm gefuerchtet. Denn jetzt heisst es Abschied nehmen von den Menschen und Orten, die ein halbes Jahr zu meinem Alltag gehoert haben und die ich hier in mein Herz geschlossen habe.

Wenn ich jetzt auf dieses halbe Jahr, und auf alles, was ich in dieser Zeit erlebt habe, zurueckblicke, kommt es mir wie eine Ewigkeit vor. Andererseits habe ich das Gefuehl, dass es doch erst gestern war, als ich leicht panisch am Flughafen stand und verzweifelt nach meiner Gastfamilie Ausschau gehalten habe. Trotzdem will ich versuchen euch meinen Gesamteindruck von meiner Zeit hier zu vermitteln.

Grundsaetzlich bin ich sehr froh, dass ich mich dafuer entschieden habe ein halbes Jahr als Aupair nach Madrid zu gehen. Auch wenn ich mit meiner Gastmutter nicht immer das aller beste Verhaeltnisse hatte, so bin ich doch mit meiner Familie sehr zufrieden gewesen. Die Kinder hab ich wirklich sehr gerne und sind fast schon wie eigene Geschwister geworden.(Lucas arbeitet noch an seiner Idee mich zu klonen, damit wenigstens eine Sarah immer bei ihm bleiben kann). Es haben sich immer alle lieb um mich gekuemmert und gegen Ende hab ich mich auch voll integriert gefuehlt. Wir hatten viel Spass zusammen, haben aber auch sehr interesante Diskusionen gefuehrt.

 Ich hatte sehr viele Freiheiten und viel Freizeit, was ich beides ausgiebig genutzt habe. Ueberhaupt hatte ich das letzte halbe Jahr eine unglaublich lockere Zeit und manchmal fuehlte ich mich wirklich wie auf Dauerurlaub. Eine willkomene Abwechslung nach dem ganzen Abistress und 13 Jahren Schule. Nichts um das ich mir Sorgen machen musste, keinen Druck, keine Leistungserwartungen. Das bedeutet aber auch keine groesseren Herausforderungen, was manchmal dann doch dazu fuehrte, dass ich mir etwas nutzlos vorkam bzw. mich fragte, ob ich meien Zeit doch verschwende. Zur Freiheit laesst sich sagen: Ich konnte jeden Abend bzw. Nacht so lange weg gehen wie ich wollte (was ich auch ausgiebig genutzt habe:-), ich musste abends nie babysitten, ich hatte jeden Vormittag und alle Wochenenden frei, meine Schule war freiwillig und fing erst um halb elf an.

Was ich so richtig in den 6 Monaten genossen habe, ist das Grossstadtleben: jeden Tag konnte ich ausgiebigst shoppen gehen (gleich 4 Zaras waren z.B. grad mal 2 Minuten von meiner Sprachschule entfernt), eine unglaubliche Auswahl an Discos und Bars, in der man jede Nacht zum Tag machen konnte, viele schoene Cafes, Parks und unglaublich viele Freizeitaktivitaeten (Kino, Zoo, Museen(alleine bestimmt 100 Kunstmuseen), Seilbahn, Messen, Freizeitpark, Weihnachtsmarkt, Umzuege, Demos…immer war was los). Natuerlich wurden mir auch die Nachteile des Grosstadtlebens bewusst: immer Hektik, unfreundliche Menschen, hohe Kriminalitaetsrate, wenig Gruen, viel Muell, immer Stau, ganz viel Zeit einplanen um von A nach B zu kommen, ueberall Hndehaufen und Bettler…Aber fuer 6 Monate habe ich das gerne ertragen.

Dadurch, dass ich in einer spanischen Umwelt gelebt habe, konnte ich auch die spanischen Traditionen, Braueche und Kultur kennen lernen. Besonders in der Weihnachtszeit gab es viel Erstaunliches fuer mich zu entdecken. Ob Flamenco, Sangria, Churros oder Paella ich habe mich an alles Traditionelles heran gewagt. Mein zumindest teilweise von Klischees und Vorurteilen gepraegte, Bild der Spanier hat sich durch die Zeit hier grundlegend veraendert.

Der Hauptgrund, warum ich nach Spanien gegangen bin, war ganz klar, die Sprache. Leider musste ich in der Familie zum groessten Teil deutsch sprechen, aber trotzdem habe ich hier unglaublich viel gelernt. Schon allein durch die 2 Stunden Unterricht taeglich (Grammatik als Grundlage und dann Diskusionen) konnte ich meinen Wortschatz staendig erweitern. Dank der offenen Art der Spanier ist es auch sehr leicht ins Gespraech zu kommen (in Disco, Bar, Cafe, auf der Strasse, Freunde und Verwandten meiner Gastfamilie…). Ausserdem gibt es noch die sogenannten „intercambios“. Durch Anzeigen in der Sprachschule werden Kontakte mit anderen Schuelern der Sprachschule zum gegenseitigen Austausch gesucht. Dadurch hab ich zum Bespiel Angie (aus Madrid), Ricardo(Columbien) und Jose(Mexiko) kennen gelernt. Ich hab mich mehrfach mit ihnen zum Unterhalten und lustige Sachen Unternehmen, getroffen und wir hatten immer viel Spass. Sie sind richtige Freunde geworden und wir hatten sehr interessante Gespraeche, die wir jetzt per mail weiterfuehren werden .

Wo wir auch schon beim naechsten Thema waeren:Freunde! Durch Aupairtreffen und die Sprachschule habe ich jede Menge nette Leute kennen gelernt. Hier habe ich mich mit Leuten wunderbar verstanden, die ich davor zu Hause whrscheinlich nicht mal beachtet haette. Wir hatten alle mehr oder weniger mit den selben Problemen zu kaempfen konnten uns immer austauschen und keiner fuehlte sich alleine. Mit der Zeit sind so richtige Freundschaften entstanden und ich bin mir sicher, dass ich mit einigen noch sehr, sehr lange in Kontakt bleiben werde.

Auch geografisch konnte ich meinen Horizont erweitern. Nicht nur in Madrid kenne ich jetzt so ziemlich jeden Stein und jedes Dorf, das auch nur annaehernd interessant klingt, ich war auch in den wunderschoenen Staedten Salamanca, Sevilla, Toledo, Granada, Cordoba….Ich hab in diesem halben Jahr also, so weit es mir moeglich war, ganz Spanien erkundet.

Im Hinblick auf meine Persoenlichkeit denke ich, dass sich auch einiges veraendert hat.Ich bin offener, selbstbewusster, selbststaendiger und auch ein bisschen mutiger geworden.

Trotz der vielen schoenen Gluecksmomente musste ich mich auch durch harte Zeiten kaempfen. Ich musste den schlimmsten Abschied meines Lebens ertragen. Besonders am Anfang fuehlte ich mich in Madrid oft einsam und hatte ganz schoen Heimweh.  Deshalb denke ich, dass mir duch diese Zeit der Wert der Familie und der Freunde und auch was Heimat wirklich bedeutet, klar geworden ist.  

Alles in allem werde ich immer positiv auf diese aufregenden 6 Monate zurueck blicken und bin dankbar fuer die vielen Lebenserfahrungen, die ich hier sammeln durfte.

Trotzdem ist meine Freude auf zu Hause riesen gross und ich finde ein halbes Jahr war absolut ausreichend. Ich habe mein Ziel erreicht (worauf ich auch ein bissle stolz bin).

Zum Schluss moechte ich mich noch bei euch allen fuer euer Interesse und eure Unterstuetzung bedanken. Ganz besonders viel Dank geht an all die fleissigen Mailschreiber, die mich im letzten halben Jahr nicht vergessen haben, sondern sich als wahre Freunde herausgestellt haben. Am aller meisten meochte ich mich jedoch bei meiner Familie und bei meinem Schatz bedanken! Ihr habt mich das letzte halbe Jahr toll unterstuetzt und ward immer fuer mich da! Vielen Dank!

Ich freue mich riesig auf euch alle!!

Eure Sarah

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One Response to 1/2 Jahr Madrid…das wars…

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