Francos Klo, Berghausen, wuetende Realfans…mein Wochenende

Wie die Ueberschrift des Beitrags schon verraet hab ich dieses Wochenende so einiges erlebt:

Also, der Freitagabend war aussnahmsweise mal richtig langweilig, weil ich naemlich Babysitten musste, da die Mutter und Laura uebers Wochenende nach Muenchen geflogen sind. Also hab ich mit Lucas und nem Freund von ihm Pizza gebacken und bin brav zu Hause geblieben.

Am Samstag bin ich dann nachdem ich gemuetlich ausgeschlafen hatte mit ner Freundin losgezogen um „el Pardo“ zu besichtigen. Der koenigliche Palast war Sitz verschiedener Koenige hier in Spanien, ist einmal fast komplett niedergebrannt und hat wirklich schon so einiges erlebt. Heute ist aber eher deshalb beruehmt, weil Franco bis zu seinem Tod dort residiert hat. Von Aussen ist der Palast nicht all zu spektakulaer, im Inneren dagegen ist es schon beeindruckender. Er hat 4 sehr schoene, mittlerweile mit Glas ueberdachte Innenhoefe. Ansonsten sind die Raeume ganz Herrscherpalast maessig mit viel Gold und Prunk ausgeschmueckt, aber ich will euch jetzt nicht weiter mit irgendwelchen Details langweilen. Besonders interessant waren natuerlich die von Franco bewohnten Raeume, sein Regierungszimmer, der lange Tisch, an dem er mit seinen Ministern gesessen hat, sein Wohnzimmer, sein Ankleidezimmer (mit vielen seiner Uniformen), sein Schlafzimmer (in dem er mit seiner Frau, aber in 2 getrennten Betten geschlafen hat) und auch sein Bad (siehe Titel). Die Zimmer sind ein bunter Mix, aus alter Einrichtung (19. Jh. und frueher) und eben auch aus Francos Zeit, also 60er/70er. Daher konnte man dann auch einen uralten Fernseher genauso wie unzaehlige Deckenfresken bestaunen.

Am Abend haben wir uns dann wieder getroffen und wollten nur kurz in ne Bar bei uns in der Naehe gehen. Wir haben uns ganz normal unterhalten, bis wir ploetzlich von jemandem auf deutsch angesprochen werden. Er (Rolf, ca.36, Ingenieur, arbeitet in Madrid ) hat dann verzweifelt versucht ein Gespraech mit uns anzufangen und dann kam natuerlich die klassische Frage, wo kommt ihr denn her. Ich meinte nur aus der Naehe von Karlsruhe. Er wollte es dann aber noch genauer wissen. Ich hab mich noch gewundert, aber hab ihm dann eben Pfinztal genannt und er meinte nur „Soellingen, Berghausen, Woeschbach oder Kleinsteinbach…“Ich war ganz schoen verdutzt. Es hat sich dann rausgestellt, dass er ne Weile in Berghausen gearbeitet hat. Und wieder einmal hat sich gezeigt, wie verdammt klein die Welt doch ist…ihr glaubt gar nicht, wie viele Aupairs ich hier schon getroffen hab, die schon mal im A5 waren…wirklich, die Welt ist ja sooo klein!

Den restlichen Abend haben wir dann gemuetlich mit DVDs und Sangria verbracht und ich hab bei Theresa und ihrer Familie (die uebrigens wirklich so was von genial lieb ist) uebernachtet.

Am Sonntag gings dann auch gleich weiter und zwar wollten wir uns ein bestimmtes Kunstmuseum ansehen. Nach dem ueblichen Rumgesuche hatten wir dann auch das richtige Gebaeude gefunden…und so richtig typisch spanisch fanden wir nen Zettel an der Tuer, dass das Mueseum wegen Umbau auf unbestimmte Zeit geschlossen bleibt. Also mussten wir umdisponieren und haben uns erstmal den aegyptischen Tempel angesehen, den wir bis jetzt, wegen seinen bescheuerten Oeffnungszeiten, auch immer nur von aussen betrachten konnten. Der Tempel aus der Pharaonenzeit wurde Madrid von den Aegypten als Dank fuer die Hilfe beim Abtragen der ganzen Monumente, zum Bau des Assuan-Stausees, geschenkt.

Danach gings dann zu nem alternativen Kunstmuseum. Der Weg dahinn fuehrte uns allerdings durch die Haupteinkaufszone, an der wir natuerlich nicht ohne ein Besuch in dem ein oder anderen Geschaefft, vorbei gehen konnten. Nach dem Museum (hauptsaechlich beruehmte spanische Meister des 19 Jht. Rubens, Goya, Zubaran…) gings dann nach Hause und wir haben uns lecker Tortellini mit Sahnesosse gekocht (sponsort by Lidl, so was gibts hier naemlich auch…). Danach bin ich dann auf zu meiner Familie nach Hause gegangen, wo mich schon die naechste Ueberraschung erwartete. Die „Jungs“ (Vater, Carlos und Lucas) haben das „frauenfreie“ Wochenende gleich mal zum shoppen genutzt…und was haben sie gekauft?! Ja, einen mega, gigantischer LCD Fernseher. Damit haben wir jetzt neben der Dolbysurround-Anglage auch noch den passenden Bildschirm fuers Homekino. Wobei das Teil, wie auch schon der Vorgaenger weit mehr als nur ein Fernseher ist. Man kann analog und digital Programme empfangen (deshalb haben wir auch schon die ganze Zeit deutsches Fernsehen), ins Internet gehen (der Vater hoert darueber immer daenisches Web-radio, seinen Lieblingssender), DVDs abspielen und eben was man sonst noch so alles mit nem normalen PC machen kann. Lucas und ich haben das neue Geraet dann gleich mal genutzt um uns die erste Halbzeit des Handball-WM-Finales anzuschauen.

Danach mussten wir dann auch schon los ins Santiago Bernabeu Stadion zum Realspiel. Wir kamen genau richtig um vor dem Stadion die Ankunft des Spielerbus mit zuerleben. Die Stimmung war schon vor dem Stadion gut und von allen Seiten stroehmten unzaehlige Real-Madrid-Schaals, Flaggen und Trikots. Mit 35 Euro hatten wir Karten eine der billigeren Kategorien und sassen ganz oben in der vorletzten Reihe. Daher waren wir zwar ziemlich weit vom Geschehen entfernt, hatten aber einen guten Ueberblick. Dank den gigantischen Waermestrahler war es auch nicht zu kalt. Das Stadion war, obwohl es sich um kein besonderes Spiel handelte, fast voll. Der Gegner hiess Levante und beim Hinnspiel hatte Real 4:1 gewonnen. Diese mal sah es da aber etwas anders aus. In der ersten Halbzeit war es wirklich grausam, was sich auf dem Spielfeld zugetragen hat. Obwohl die ganzen Stars: Casillas, Reyes, Raoul, Rubinhio, Van Nistelrooy, Gutti…(Beckham hat leider gefehlt) da waren, wurde wirklich schlechtes Fussball gespielt. Levante bekam schon bald einen Elfmeter und fuehrten dann 1:0, was dann auch das Endergebnis war. Trotzdem wurde noch einiges geboten. In der zweiten Halbzeit bemuehte sich Real wirklich, aber sie waren vom Pech verfolgt. 2 mal mussten Sanitaeter mit der Trage aufs Feld und es gab mindestens 4 gelbe Karten. Die Stimmung war schon wesentlich emotionaler, als in Deutschland und ein Pfeiffkonzert folgte auf das naechste. Am Schluss wurden sowohl die eigene als auch die Spieler der anderen Manschaft ausgebuht und ausgepfiffen. Der Frust war im gesamten Stadion zu spuehren. Ganz am Ende haben dann alle richtig uebel gepfiffen, mit weissen Taschentuechern gewunken und Schiebung gebruellt (selbsverstaendlich war der unvaire Schiezrichter an der ganzen Misere schuld!). Auch wenn ich jetzt das wahre Freudegejubel der spanischen Fussballfans nicht miterleben konnte so war es trotzdem ein beeindruckendes Erlebnis, die emotionalen Spanier im Stadion zu erleben und bei einem Realspiel dabei gewesen zu sein. In ein paar Wochen spielt Real hier in Madrid  gegen Bayern Muenchen (Champions Laegue) mal sehen, ob die Realfans dann wieder mehr zu jubeln haben…

Die naechsten 3 Tage sind hier an der deutschen Schule erstmal Ferien und daher wird dann auch mein Tagesablauf etwas lockerer (Kino mit Lucas usw.).

Ich hoffe, ihr hattet auch ein schoenes, aufregendes Wochenende und habt ne genauso ruhige Woche vor euch wie ich!

Die besten Wuensche aus Madrid Gruessle Sarah

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One Response to Francos Klo, Berghausen, wuetende Realfans…mein Wochenende

  1. Daniel G. sagt:

    Hallo Sarah! Ich möchte mich erstmal für deine Berichterstattung bedanken! Deine Texte sind relativ einfach und doch informativ zu lesen.
    Was ich noch sagen wollte: Um Beckham sehen zu können, bis leider 2 Monate zu spät dran, denn er wurde vor 2 Monaten „unehrenhaft“ aus der Mannschaft entlassen, da er es sich in Los Angeles nun besser gehen lässt, ergo, er spielt jetzt nicht mehr für Real, sondern „verdient“ (bekommt) nun mehr Geld in L.A. durch seinen Bekanntheitsgrad (man munkelt bis zu 30 Mio. Euro nur durch Werbeverträge)

    Gruß und bis bald
    „Gegge“

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