Der ganz normale Wahnsinn

Februar 23, 2007

Meine vergangene Woche war ja nicht nur irgend eine Woche, sondern schon meine vorletzte Woche als Aupair. Aber auch in meiner vorletzten Woche hier gibt es immer noch Ueberraschungen und Herausforderungen…

Vorgestern abend war ich zum Beispiel alleine zu Hause, als ein neues Sofa fuer das oberste Stockwerk geliefert werden sollte. Die Mutter meinte noch, egal was passiert, ich darf die Leute nicht vorher gehen lassen, bevor das Sofa nicht ganz oben an seinem Platz ist, denn sie hat dafuer bezahlt, das sie das machen. So, und dann kam auch das Sofa. Die Leute, die es an die richtige Stelle bringen sollten, waren eine recht schmaechtige Frau und ein Mann, wie alle, die hier die schlecht bazahlten Jobs erledigen, aus Suedamerika. Daher ergaben sich dann auch schon kleinere Kommunikationsschwierigkeiten. Das eigentliche Problem war jedoch das Sofa, das wir erst nach langem Suchen nach einem Schluessel durch die dann ganz geoeffnete Fluegeltuer, ins Haus bekamen. Nach diesem Akt wurde dann versucht das Sofa die Treppen hoch zu hiefen, aber es war ziemlich aussichtslos und die beiden waren abens um 10 auch nicht mehr all zu bemueht. Lange Rede kurzer Sinn, es hiess, das Sofa passe nicht, sie muessen dringend weiter und ich sollte entscheiden, was mit dem Sofa jetzt passiert…ja, ja, man wird hier doch mit Sachen konfronitert, von denen man wirklich vorher nichts geahnt hatte. Ich hab dann erklaert, dass ich sie nicht einfach so gehen lassen kann. Daraufhin haben sie dann die Mutter, im Gottedienst, aufm Handy angerufen und sie ist nach Hause geeilt. So gegen 12 haben wir (die ganze Familie) dann mit vereinten Kraeften das Teil doch noch an seinen Platz gebracht, auch wenn das Treppenhaus, vor allem die Wand ganz schoen darunter leiden musste.

Das war jedoch gar nichts im Vergleich zu dem, was sich hier heute ereignete. Seit so ca. 3 Wochen haben wir ne neue Putzfrau und die ist heute total durchgedreht. Sie hat heimlich den Martini der Familie leer getrunken und dann gings wirklich ab. Den kleinen Lucas hat sie total angemacht, weil er sie angeblich nicht begruesst hatte, von mir wollte sie, dass ich ihrer Tochter Deutsch beibringe, als ich ihr erklaert hatte, dass ich in 2 Wochen nach Deutschland zurueck kehre, wollte sie dass ich ihr ein paar Woerter auf deutsch beibringe, das erste was sie wissen wollte war „puta“(Schlampe). Sie hatt Geschirr zertruemmert, die Betten entweder gar nicht gemacht (einfach nur den Bezug hingeknallt, und zwar auf den Boden), oder beim Beziehen die breite und die lange Seite vertauscht. Ploetzlich hallte ganz laute Musik durchs Haus, dann hat sie noch von Carlitos die gesamten Suessigkeiten aufgefressen und ihm eindeutige Fragen gestellt…wirklich total verrueckt…ach ja, eine Creme ist auch noch verschwunden…

So, jetzt koennt ihr euch ja ungefaehr vorstellen, wie so ein ganz normaler Tag bei mir ablaeuft…langweilig wird es hier nach 6 Monaten also immer noch nicht…

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Ein total verkorkstes Wochenende

Februar 21, 2007

Das ist wirklich der einzige Ausdruck, der zu meinem letzten Wochenende passt, einfach total verkorkst! Eigentlich wollte ich mit Theresa Freitagnacht mit dem Bus nach Granada fahren, aber natuerlich musste alles anders kommen. Erst ein paar Stunden vor der geplanten Abfahrt stellte sich heraus, dass sie Babysitten musste. Waeren die Eltern um halb eins zurueckgekommen, haette es uns noch fuer den letzten Bus gereicht, aber sie meinten, sie kommen erst su um eins, die eine halbe Stunde…Spanier eben. Dazu kam dann noch, dass am Freitagabend richtige Weltuntergangsstimmung herrschte. Es war furchtbar windig und Platzregen, Donner und Blitze liessen dann auch nicht mehr lange auf sich warten. Als ich Lucas abends von der Kirche (Jungschar) abholte und wir durch den Park liefen, da gab es ploetzlich nen furchtbar lauten Knall. Und zwar hatte der Wind den oberen Teil einer grossen, runden Parkstrassenlaterne heruntergerissen, der dann direkt auf uns zu rollte. Uns ist zum Glueck nichts passiert, aber so schnell waren wir wirklich noch nie zu Hause.

Am Samstag machten Theresa und ich uns dann relativ planlos nach Guadalajara auf, eine Stadt ca. 1 Stunde von Madrid entfernt, die von meinem Reisefuehrer immerhin mit einem Stern als Tip empfohlen wurde. Fuer was dieser Stern sein soll ist uns aber bis heute noch recht raetselhaft. Wir haben uns so gut es ging die Stadt angeschaut, es gab ein paar schoene Gebaeude, Innenhoeffe und Gassen, aber nichts besonders erwaehnenswertes. Am Abend, bzw. in der Nacht hab ich mich dann mit ner andren Freundin getroffen, wir wollten ins“ Capital“, die groesste Disco ganz Madrids. Zuerst gings aber zu ihr nach Hause, weil das andere Maedel, das mit uns gehen wollte noch Babysitten musste und wir auf sie warteten. Das ganze zog sich dann aber so lange hin, dass wir erst um 3 Uhr aufbrechen konnten. Da fuhr natuerlich keine Metro mehr, also hiess es erstmal laufen, bis wir dann noch ein Taxi gefunden hatten. Beim Capital wartete dann schon die naechste Ueberraschung auf uns. Da wir so spaet da waren, galten die Listen nicht mehr und wir kamen nicht umsonst rein. Der Eintritt war uns dann aber doch zu teuer und wir 3 Maedels und ein Spanier, und ein Mexikaner, mit denen wir vor der Disco verabredet waren, landeten dann schliesslich nach ner langen Odysee so gegen 4 Uhr in unsere Stammdisco im Zentrum. Dort gings dann nochmal richtig ab und so gegen halb acht war ich dann zu Hause. Nach genau 90 Minuten Schlaf gings dann aber auch schon wieder weiter. Am Sonnstag war naemlich in der Staatsoper Tag der offenen Tuer. Das bedeutet, dass man alle praechtigen Saele besichtigen konnte, und zwar umsonst, das wollte ich mir natuerlich nicht entgehen lassen. Als wir dann mehr oder weinger schlaftrunken an der Oper ankamen, trauten wir unseren Augen nicht. Es gab eine Menschenschlange, wirklich unglaublich. Es waren ungelogen bestimmt 1000 Menschen, oder mehr (die Oper ist wirklich nicht gross). Die Schlange vorm Prado sonntags, wenn es freien Eintritt gibt, ist gar nichts dagegen, und selbst die ist schon beachtlich. Nachdem wir dann ueber 5 Minuten an der Menschenschlange entlanggelaufen waren, um deren Ende zu finden, beschlossen wir den Opernbesuch zu streichen….das qualvolle Aufstehen war also voellig umsonst gewesen….Ziemlich deprimiert machten wir uns dann zum grossen Shoppingscenter auf, wo die noch immer andauernden „Rebajas“ unsere Stimmung dann doch ziemlich schnell wieder heben konnten :-))

Was ist hier momentan sonst noch so los?? Jeden Tag erscheinen hier in der Presse neue Artikel ueber den Prozess der Terroristen, die fuer den schrecklichen Anschlag in der Metro 2004 verantwortlich sind. Der Prozess hat diese Woche begonnen und insgesamt werden ueber 200 000 Jahre Gefaengnis fuer die Beteiligten gefordert. Ansonsten ist auch hier in Madrid „Carnaval“. Es gab einen Umzug durch Madrid und viele sind verkleidet. Trotzdem laesst sich der spanische Carnaval nicht mit unsrem Fasching vergleichen, wobei die grossen Carnavalshochburgen Spaniens auf den Kanaren und z.B. in Cadiz sind.

Ich hoff doch mal, ihr habt fleissig fuer mich mit gefeiert, nachstes Jahr bin ich auch wieder dabei!!!


Mein Road Trip Madrid-Sevilla-Córdoba-Madrid

Februar 13, 2007

Das letzte Wochenende hab ich meinen bis jetzt groessten Ausflug gewagt. Ich bin mit 2 anderen Aupairmaedels mit dem Auto nach Sevilla gefahren. Dort haben wir dann uebernachtet und am naechsten Tag gings dann nach Córdoba und am Abend wieder zurueck nach Madrid. Zusammengefasst:¡Es war einfach genial!

Zu erst einmal zu Sevilla im Allgemeinen. Die viert groesste Stadt Spaniens ist an einem Fluss gelegen und unterscheidet sich total von der Hauptstadt. Schon nach einigen Stunden waren wir uns alle einig, wir haben unser Aupair am falschen Ort gemacht. Auch die Vorurteile, die wir von unsren Gastfamilien, Sprachschullehrer usw. gehoert hatten, wurden zum groessten Teil bestaetigt: Die Andalusier sind die Spanier, die am wenigsten arbeiten, die freundlichsten und in Sevilla gibt es die huebschesten „Chicos“. 

Aber ich werd es euch mein kleines Abenteuer noch etwas genauer erzaehlen. Los gings am Samstag morgen um 5 Uhr mit dem lieblichen Klingeln des Weckers. Um halb sieben haben wir uns alle getroffen und der Road Trip begann. Das Auto gehoert einer meiner Freundinen, die schon seit fast nem Jahr hier ist.  Alleine die Fahrt war super lustig und schoen. Endlich, nach ewigem Reisen in Bus, Metro und Zug konnte ich mal wieder die Vorzuege einer richtig lustigen Autofahrt geniessen. Nicht nur, dass wir allen moeglichen Mist gemacht haben, mit lautaufgedrehter Musik ueber die Autobahn geflitzt sind und uns super unterhalten haben, wir haben auch eine super schoene Landschaft aus dem Fenster an uns vorbeiziehen, sehen koennen. Die knapp 600 km bis nach Sevilla brachten wir ohne irgendwelche Zwischenfaelle hinter uns.

Dort erwartete uns dann das absolute „Urlaubsfeeling“. Wir hatten 25 Grad (am 10. Februar!!!), ueberall waren weiss getuenchte Hauser, wunderschoene Palmen und Orangenbaeume (mit unzaehligen, zum Anbeissen leckeren Orangen) zu sehen, so wie man sich Suedspanien bzw. Andalusien vorstellt…einfach ein Traum! Anstatt Taxis gab es ueberall traditionelle Pferdekutschen und ich habe mich sofort in diese Stadt mit den vielen kleinen Gaesschen verliebt. Im Vergleich zu Madrid ist sie wesentlich kleiner, sauberer, gepflegter und auch die Einwohner unterscheiden sich stark von denen Madrids. In Madrid gibt es unzaehlige Immigranten (vor allem aus Suedamerika und Afrika) und so faellt es einem manchmal schon ganz schoen schwer hier die spanische Kultur und Tradition zu finden. In Sevilla kam mir daher alles viel spanischer und traditioneller vor. Zur typisch spanischen Mentalitaet gehoerte dann auch, dass unser Hostal ueberbucht war und wir uns dann nachdem wir ueber eine Stunde verzweifelt nach dem Hostal gesucht hatten, ein neues suchen mussten. Das verleif aber sehr unproblematisch und schliesslich hatten wir ein wirklich schoenes Zimmer fuer uns drei gefunden. Die Zeit die wir zur Verfuegung hatten haben wir dann auch bestmoeglich genutzt um so viel wie moeglich von Sevilla zu sehen und zu sehen gibt es da wirklich eine ganze Menge…abends haben wir dann noch das Nachtleben der Studentenhochburg unsicher gemacht.

Am naechsten Morgen gings dann mehr oder weniger frueh weiter nach Córdoba. Nach ungefaehr 2 Stunden Autofahrt waren wir da. Das gute Wetter mussten wir leider in Sevilla lassen. In Córdoba erwarteten uns dagegen 10 Grad weniger und leichter Regen. Córdoba ist wesentlich kleiner als Sevilla, auch wenn es die groesste roemische Stadt in Spanien und die Hauptstadt des islamischen Reiches in Westeuropa war. Aus dieser Zeit stammt auch die zum Weltkulturerbe gehoerende Moschee-Kathedrale, wegen der Cordoba weltweit beruehmt ist. Ursprunglich stand auf dem Boden der Moschee eine Kirche. Als die Araber Spanien eroberten rissen sie die Kirche ab und bauten dort die gigantische Moschee (ueber 850 Saeulen, 19 Kirchenschiffe). Als dann aber Spanien von dem Christen zurueckerobert wurde, versuchten sie die Moschee in eine Kathedrale umzuwandeln. Daraus ergab sich dann eine krasse Mischung der beiden Religionen und Kulturkreisen, wobei ich sagen muss, dass mir die arabischen Elemente wesentlich besser gefallen und das christliche nur stoerend wirkt. Es gibt einen grossen Innenhof mit unzaehligen Orangenbauemen, von Aussen ist das Gebauede allerdings nicht besonders anzusehen. Nachdem wir uns auch noch die anderen interessanten Ecken Córdobas angesehen hatten machten wir uns dann am abend auf die 4 stuendige Heimfahrt nach Madrid und wir fielen alle totmuede ins Bett.

 Aber unser kleiner Road Trip hat sich voll und ganz gelohnt und wir haben noch eine weitere Seite Spaniens kennen gelernt. Wir haben unsere gesamte Tour gefilmt uns somit hab ich jetzt auch Filmmaterial fuer meine Enkel, wenn ich ihnen von meinem „wilden“ halben Jahr in Spanien berichten werde…   


Francos Klo, Berghausen, wuetende Realfans…mein Wochenende

Februar 5, 2007

Wie die Ueberschrift des Beitrags schon verraet hab ich dieses Wochenende so einiges erlebt:

Also, der Freitagabend war aussnahmsweise mal richtig langweilig, weil ich naemlich Babysitten musste, da die Mutter und Laura uebers Wochenende nach Muenchen geflogen sind. Also hab ich mit Lucas und nem Freund von ihm Pizza gebacken und bin brav zu Hause geblieben.

Am Samstag bin ich dann nachdem ich gemuetlich ausgeschlafen hatte mit ner Freundin losgezogen um „el Pardo“ zu besichtigen. Der koenigliche Palast war Sitz verschiedener Koenige hier in Spanien, ist einmal fast komplett niedergebrannt und hat wirklich schon so einiges erlebt. Heute ist aber eher deshalb beruehmt, weil Franco bis zu seinem Tod dort residiert hat. Von Aussen ist der Palast nicht all zu spektakulaer, im Inneren dagegen ist es schon beeindruckender. Er hat 4 sehr schoene, mittlerweile mit Glas ueberdachte Innenhoefe. Ansonsten sind die Raeume ganz Herrscherpalast maessig mit viel Gold und Prunk ausgeschmueckt, aber ich will euch jetzt nicht weiter mit irgendwelchen Details langweilen. Besonders interessant waren natuerlich die von Franco bewohnten Raeume, sein Regierungszimmer, der lange Tisch, an dem er mit seinen Ministern gesessen hat, sein Wohnzimmer, sein Ankleidezimmer (mit vielen seiner Uniformen), sein Schlafzimmer (in dem er mit seiner Frau, aber in 2 getrennten Betten geschlafen hat) und auch sein Bad (siehe Titel). Die Zimmer sind ein bunter Mix, aus alter Einrichtung (19. Jh. und frueher) und eben auch aus Francos Zeit, also 60er/70er. Daher konnte man dann auch einen uralten Fernseher genauso wie unzaehlige Deckenfresken bestaunen.

Am Abend haben wir uns dann wieder getroffen und wollten nur kurz in ne Bar bei uns in der Naehe gehen. Wir haben uns ganz normal unterhalten, bis wir ploetzlich von jemandem auf deutsch angesprochen werden. Er (Rolf, ca.36, Ingenieur, arbeitet in Madrid ) hat dann verzweifelt versucht ein Gespraech mit uns anzufangen und dann kam natuerlich die klassische Frage, wo kommt ihr denn her. Ich meinte nur aus der Naehe von Karlsruhe. Er wollte es dann aber noch genauer wissen. Ich hab mich noch gewundert, aber hab ihm dann eben Pfinztal genannt und er meinte nur „Soellingen, Berghausen, Woeschbach oder Kleinsteinbach…“Ich war ganz schoen verdutzt. Es hat sich dann rausgestellt, dass er ne Weile in Berghausen gearbeitet hat. Und wieder einmal hat sich gezeigt, wie verdammt klein die Welt doch ist…ihr glaubt gar nicht, wie viele Aupairs ich hier schon getroffen hab, die schon mal im A5 waren…wirklich, die Welt ist ja sooo klein!

Den restlichen Abend haben wir dann gemuetlich mit DVDs und Sangria verbracht und ich hab bei Theresa und ihrer Familie (die uebrigens wirklich so was von genial lieb ist) uebernachtet.

Am Sonntag gings dann auch gleich weiter und zwar wollten wir uns ein bestimmtes Kunstmuseum ansehen. Nach dem ueblichen Rumgesuche hatten wir dann auch das richtige Gebaeude gefunden…und so richtig typisch spanisch fanden wir nen Zettel an der Tuer, dass das Mueseum wegen Umbau auf unbestimmte Zeit geschlossen bleibt. Also mussten wir umdisponieren und haben uns erstmal den aegyptischen Tempel angesehen, den wir bis jetzt, wegen seinen bescheuerten Oeffnungszeiten, auch immer nur von aussen betrachten konnten. Der Tempel aus der Pharaonenzeit wurde Madrid von den Aegypten als Dank fuer die Hilfe beim Abtragen der ganzen Monumente, zum Bau des Assuan-Stausees, geschenkt.

Danach gings dann zu nem alternativen Kunstmuseum. Der Weg dahinn fuehrte uns allerdings durch die Haupteinkaufszone, an der wir natuerlich nicht ohne ein Besuch in dem ein oder anderen Geschaefft, vorbei gehen konnten. Nach dem Museum (hauptsaechlich beruehmte spanische Meister des 19 Jht. Rubens, Goya, Zubaran…) gings dann nach Hause und wir haben uns lecker Tortellini mit Sahnesosse gekocht (sponsort by Lidl, so was gibts hier naemlich auch…). Danach bin ich dann auf zu meiner Familie nach Hause gegangen, wo mich schon die naechste Ueberraschung erwartete. Die „Jungs“ (Vater, Carlos und Lucas) haben das „frauenfreie“ Wochenende gleich mal zum shoppen genutzt…und was haben sie gekauft?! Ja, einen mega, gigantischer LCD Fernseher. Damit haben wir jetzt neben der Dolbysurround-Anglage auch noch den passenden Bildschirm fuers Homekino. Wobei das Teil, wie auch schon der Vorgaenger weit mehr als nur ein Fernseher ist. Man kann analog und digital Programme empfangen (deshalb haben wir auch schon die ganze Zeit deutsches Fernsehen), ins Internet gehen (der Vater hoert darueber immer daenisches Web-radio, seinen Lieblingssender), DVDs abspielen und eben was man sonst noch so alles mit nem normalen PC machen kann. Lucas und ich haben das neue Geraet dann gleich mal genutzt um uns die erste Halbzeit des Handball-WM-Finales anzuschauen.

Danach mussten wir dann auch schon los ins Santiago Bernabeu Stadion zum Realspiel. Wir kamen genau richtig um vor dem Stadion die Ankunft des Spielerbus mit zuerleben. Die Stimmung war schon vor dem Stadion gut und von allen Seiten stroehmten unzaehlige Real-Madrid-Schaals, Flaggen und Trikots. Mit 35 Euro hatten wir Karten eine der billigeren Kategorien und sassen ganz oben in der vorletzten Reihe. Daher waren wir zwar ziemlich weit vom Geschehen entfernt, hatten aber einen guten Ueberblick. Dank den gigantischen Waermestrahler war es auch nicht zu kalt. Das Stadion war, obwohl es sich um kein besonderes Spiel handelte, fast voll. Der Gegner hiess Levante und beim Hinnspiel hatte Real 4:1 gewonnen. Diese mal sah es da aber etwas anders aus. In der ersten Halbzeit war es wirklich grausam, was sich auf dem Spielfeld zugetragen hat. Obwohl die ganzen Stars: Casillas, Reyes, Raoul, Rubinhio, Van Nistelrooy, Gutti…(Beckham hat leider gefehlt) da waren, wurde wirklich schlechtes Fussball gespielt. Levante bekam schon bald einen Elfmeter und fuehrten dann 1:0, was dann auch das Endergebnis war. Trotzdem wurde noch einiges geboten. In der zweiten Halbzeit bemuehte sich Real wirklich, aber sie waren vom Pech verfolgt. 2 mal mussten Sanitaeter mit der Trage aufs Feld und es gab mindestens 4 gelbe Karten. Die Stimmung war schon wesentlich emotionaler, als in Deutschland und ein Pfeiffkonzert folgte auf das naechste. Am Schluss wurden sowohl die eigene als auch die Spieler der anderen Manschaft ausgebuht und ausgepfiffen. Der Frust war im gesamten Stadion zu spuehren. Ganz am Ende haben dann alle richtig uebel gepfiffen, mit weissen Taschentuechern gewunken und Schiebung gebruellt (selbsverstaendlich war der unvaire Schiezrichter an der ganzen Misere schuld!). Auch wenn ich jetzt das wahre Freudegejubel der spanischen Fussballfans nicht miterleben konnte so war es trotzdem ein beeindruckendes Erlebnis, die emotionalen Spanier im Stadion zu erleben und bei einem Realspiel dabei gewesen zu sein. In ein paar Wochen spielt Real hier in Madrid  gegen Bayern Muenchen (Champions Laegue) mal sehen, ob die Realfans dann wieder mehr zu jubeln haben…

Die naechsten 3 Tage sind hier an der deutschen Schule erstmal Ferien und daher wird dann auch mein Tagesablauf etwas lockerer (Kino mit Lucas usw.).

Ich hoffe, ihr hattet auch ein schoenes, aufregendes Wochenende und habt ne genauso ruhige Woche vor euch wie ich!

Die besten Wuensche aus Madrid Gruessle Sarah


¡¡¡Endspurt…letzter Monat angebrochen!!!

Februar 1, 2007

Kaum zu glauben aber wahr, nun bin ich schon 5 Monate hier und mein letzter hat heute begonnen. Das letzte Examen ist geschrieben und der letzte Sprachkurs hat begonnen. So langsam beginnt also der Endspurt!!

Die Wochentage ziehen sich ein bisschen, da ja doch jeder gleich verlaeuft, aber an den Wochenenden geniesse ich meine Zeit hier voll und ganz. Letztes Wochenende war ich zum Beispiel Eislauf und in Chinchon. Chinchon ist ein ganz kleines Doerfchen 20 km nordoestlich von Madrid, das fuer seinen Anisschnaps beruehmt ist. Es hat eine sehr schoene Plaza Mayor auf der im Sommer auch regelmaessig Stierkaempfe statt finden, eine den Bildern im Fuehrer nach zu urteilen schoene Kirche, die wie fast alle Kirchen hier in Spanien, ausser waehrend des Gottesdienstes geschlossen ist und wir daher nicht von Innen besichtigen konnten. Dann gibt es dort noch ein kleines suesses Mueseum ueber das frueher Leben in dem Dorf und das war es dann auch schon so ziemlich und es gibt nicht viel mehr zu sehen, ausser jede menge alte, kleine Haeusschen und Gaesschen. So kam es dann auch, dass wir fast mehr Zeit fuer die Anreise in Bus und Metro verbracht haben, als in Chinchon selbst. Aber trotzdem hat sich der kleine Ausflug gelohnt.

Naechstes Wochenende werde ich am Samstag dann den Palast in dem Franco gewohnt hat besuchen und die Staatsoper, die ganz besoders tolle und edle Saele zu bieten haben soll. Kaum zu glauben, aber selbst nach so langer Zeit gibt es hier also immer noch ein paar Flaeckchen die ich in Madrid und Umgebung noch nicht aufgespuehrt habe, wenn es auch von Wochenende zu Wochenende weniger werden…

Ausserdem werd ich am Sonntag mit den beiden Jungs aus meiner Familie zu nem Spiel von Real gehen…vielleicht schaff ich es ja dann doch noch Backham und Co. von nahem zu sehen…mal sehen wie leicht man sich in die Umkleideraeume schleichen kann :-)) Ich werde alles versuchen und euch dann genau Bericht erstatten. Bis dahin alles Liebe aus Madrid!

¡Un abrazo Sarah!